»Es klang so alt und war doch so neu« | Wagner-Interpretation(en) 1976 bis 2026
Podiumsdiskussion und Buchvorstellungen
mit Prof. Dr. Stephan Mösch, Dr. Christian Schaper, Prof. Dr. Thomas Seedorf und Paul Simon Kranz mit seiner Dissertation Decoding Performance. Computergestützte Reflexionen szenischer und musikalischer Interpretation in Bayreuther Meistersinger-Videografien
Prof. Dr. Stephan Mösch lehrt Ästhetik, Geschichte und Künstlerische Praxis des Musiktheaters an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Autor im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verfasst regelmäßig Beiträge für Rundfunkanstalten der ARD. Als Jurymitglied wirkt er bei zahlreichen Wettbewerben für Gesang, Regie und Bühnengestaltung sowie beim Preis der deutschen Schallplattenkritik. An der HfM Karlsruhe hat er das auf fünf Jahre angelegte Projekt »RIWA 26« initiiert (2021-2026), das auf das Jubiläum »150 Jahre Bayreuther Festspiele« zuläuft und sich an der Schnittstelle von wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung bewegt (im Netz: riwa26.de). Er promovierte an der TU Berlin mit einer Studie über Boris Blacher. Seine Habilitationsschrift Weihe, Werkstatt, Wirklichkeit. Wagners »Parsifal« in Bayreuth 1882–1933 wurde mehrfach ausgezeichnet und erscheint 2026 in dritter Auflage. Als Hochschullehrer im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich unterrichtete er an den Universitäten in Berlin (UdK), Graz (KUG), Marburg, Wien und Zürich sowie bei den den Weimarer Meisterkursen, an der Korean National University of Arts in Seoul und am Conservatory of Music in Shanghai. Von 1994 bis 2013 war er Chefredakteur der Fachzeitschrift Opernwelt (Berlin) und berichtete von Uraufführungen, Festivals und Neuproduktionen auf fünf Kontinenten.
Prof. Dr. Thomas Seedorf, geboren 1960 in Bremerhaven, studierte zunächst Schulmusik und Germanistik in Hannover. Darauf folgte ein Aufbaustudium in den Fächern Musikwissenschaft und Musikpädagogik an der dortigen Hochschule für Musik und Theater, das er 1988 mit einer Dissertation über die kompositorische Mozart-Rezeption im frühen 20. Jahrhundert abschloss. Seit dem Wintersemester 2006/07 wirkt er als Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Zu seinen Forschungsinteressen gehören u. a Liedgeschichte und -analyse, Aufführungspraxis und Interpretationsgeschichte der Musik sowie insbesondere die Theorie, Ästhetik und Geschichte des Kunstgesangs. Er ist u. a. Mitherausgeber der Reger-Werkausgabe, Projektleiter der Neuen Schubert-Ausgabe sowie Vorsitzender der Internationalen Händel-Akademie Karlsruhe. Im Rahmen der Online-Version der Enzyklopädie Musik in Geschichte und Gegenwart betreut er die Artikel über Vokalsolisten, für das Projekt The Wagner Cycles ist er als gesangshistorischer Berater tätig.
Paul Simon Kranz, 1995 in Gießen geboren, studierte zunächst Schulmusik mit künstlerischem Hauptfach Klarinette sowie Schwerpunktfach »Stimme und Kommunikation« in Frankfurt am Main und schloss ebenda ein Gesangsstudium an. Heute arbeitet Kranz als Musiker, Dirigent und Musikvermittler. Neben künstlerischen Tätigkeiten wirkt er auch im musikphilosophischen Spektrum. 2021 veröffentlichte er eine Monografie mit dem Titel »Richard Wagner und das Weibliche«. Von 2022 bis 2025 verfasste er im Rahmen des Projektes »RIWA26« anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele seine Dissertation (2026) mit dem Titel Decoding Performance. Computergestützte Reflexionen szenischer und musikalischer Interpretation in Bayreuther Meistersinger-Videografien bei Prof. Dr. Thomas Seedorf und Prof. Dr. Stephan Mösch an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Nach einem Lehrauftrag an der HfM Karlsruhe leitet er seit 2024 die Klarinettenklasse am Institut für Musik der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Dr. Christian Schaper, geboren 1976 in Essen, studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. und wurde an der Hochschule für Musik Karlsruhe mit einer Arbeit über Richard Strauss’ Oper Die Frau ohne Schatten promoviert. Neben Wissenschaftlichen Assistenzen in Freiburg und an der Humboldt-Universität zu Berlin war er musikalisch-dramaturgischer Berater des Dirigenten Thomas Hengelbrock (u. a. Bayreuther Neuinszenierung des Tannhäuser 2011) und 2015 bis 2019 Redakteur der Zeitschrift wagnerspectrum. Seit Oktober 2022 vertritt er eine Professur für Musikgeschichte und Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Karlsruhe.
Veranstalter: Prof. Mösch, Dr. Schaper, Prof. Seedorf, Dr. Kranz
Veranstaltungsort: Kammermusiksaal im Steingraeber Haus, Steingraeberpassage 1, 95444 Bayreuth
Eintritt frei














