Das Programm ist der Schaffenskraft von Frauen gewidmet, deren Stimme – voller Ausdruck, Sensibilität und Mut – viel zu oft ungehört blieb. Einige von ihnen wurden durch die Tragödie des Holocaust brutal zum Schweigen gebracht, andere wirkten im Schatten der Komponisten ihrer Zeit, ohne sich in der Musikwelt vollständig behaupten zu können. Dieses Konzert hat das Ziel, ihrer Musik den ihr gebührenden Platz zurückzugeben. Eine gemeinsame Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bayreuth und der Fundacja Judaica in Krakau, dort wird das zweite Konzert im Rahmen des Mendelsohn-Festivals am 14.05.2026 stattfinden.
Im Mittelpunkt des Abends steht das Werk von
Josima Feldschuh – einem Wunderkind, einer jungen Pianistin und Komponistin, die im Warschauer Ghetto wirkte. Ihre erhaltenen Klavierminiaturen, voller Licht, Fantasie und erstaunlicher Reife, sind ein außergewöhnliches Zeugnis eines Talents, dessen Entwicklung abrupt unterbrochen wurde. Ihre Aufführung wird nicht nur zu einem künstlerischen Ereignis, sondern auch zu einem Akt des Gedenkens.
Das Konzert umfasst ebenfalls Werke von drei weiteren Komponistinnen, die in unterschiedlichen Zeiten und Kontexten lebten, aber durch eine außergewöhnliche schöpferische Kraft und den Mut, die Grenzen von Stil und Epoche zu überschreiten, verbunden sind.
Vítězslava Kaprálová, eine der wichtigsten Figuren der tschechischen Moderne, zeigt in ihrer Klaviersonate eine monumentale, intensive Form, die von einer dramatischen Erzählung geprägt ist. Es ist Musik mit kühner Harmonie und pulsierender Energie – ein Zeugnis einer brillanten künstlerischen Persönlichkeit, deren Leben tragisch früh endete.
Fanny Mendelssohn, die zu einer Zeit komponierte, als Frauen nicht vollständig am künstlerischen Leben teilnehmen konnten, hinterließ Werke von beeindruckendem Umfang und emotionaler Tiefe. Ihre g-Moll-Klaviersonate ist eine Komposition von außerordentlicher Ausdruckskraft, die beweist, dass sie eine Schöpferin von Rang der bedeutendsten Romantikerinnen war.
Henriette Bosmans, die jüdisch-niederländische Komponistin des 20. Jahrhunderts, zeigt in ihren Präludien einen raffinierten Stil, der französischen Kolorismus, modernistische Spannungen und intensive Ausdruckskraft verbindet. Es ist elegante und zugleich tief berührende Musik.
Die Pianistin Joanna Sochacka (Foto: R. Toth Sandor) konzertiert weltweit bis hin zur Carnegie Hall und ist Klavierprofessorin an der Bacewicz Music Universität in Łódź, Polen.
PROGRAMM
Josima Feldschuh (1929–1943) | Ausgewählte Klavierwerke
Vítězslava Kaprálová (1915–1940) | Klaviersonate
Fanny Mendelssohn (1805–1847) | Klaviersonate g-Moll
Henriette Bosmans (1895–1952) | Präludien
Tickets vorab erhältlich in der Steingraeber Klavierwelt Bayreuth, Telefon 0921 64049 sowie an der Abendkasse.
Veranstalterin: Deutsch Polnische Gesellschaft Bayreuth















