Globalisierung im Klavierunterricht (AG 31)

am 18.05.2019, 16:30 bis 18:00
Preis: keine Angaben

Von Grenzüberschreitungen zwischen persischer und europäischer Klaviermusik und dem Improvisieren zu eigenen Improvisationen – alles aus ein und demselben Resonanzboden. Neue Möglichkeiten für Komponisten

Beim VdM Kongress 2017 stellte Professor HP Platz sein Konzept eines Transducer-Flügels vor den er mit der Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne erarbeitet hatte.

Seither ist viel passiert: im SWR Experimentalstudio Freiburg wurde die Transducertechnologie optimiert, Frequenzweichen integriert und die Platzierungspunkte am Resonanzboden präzisiert. Der Mathematiker Philippe Guillaume (Toulouse) erarbeitete eine optimierte digitale Klavierklang-Imitation die das bisherige “Sampling” durch “Physical Modelling” ersetzt und mit dieser Technologie eine neue Qualität der digitalen Tonkonserve kreierte.

In dieser Arbeitsgruppe erleben Sie Anwendungsbeispiele für den Unterricht, den Konzertbetrieb und schließlich fürs Komponieren. Das Arbeitsgerät ist immer der Transducer Flügel, dessen Resonanzboden sowohl durch die Saiten als auch durch die eingebrachten Transducer zum Schwingen angeregt wird: alternativ oder kumulativ.

1. Teil: Spiel ohne Saiten. Persische Klaviermusik und verschiedene Stimmungen auf Knopfdruck

Der Iraner Dr. Pooyan Azadeh benötigt Klaviere mit orientalischen Stimmungen und Teiltönen, um alte Persische Musik für das Klavier zu adaptieren. Er braucht Viertel-, fast Sechzehntel-Töne, Schwebungen, Schwankungen – dies alles ermöglichen die Transducer. Azadeh berichtet von seinen Erfahrungen und demonstriert verschiedene Klangwelten. Auch historische Stimmungen und Stimmhöhen sind Teil der Vorstellung.

2. Teil: Spielen auf zwei / drei Ebenen: Mischen von Klängen, Üben und Improvisieren mit sich selbst

Werden Saiten und Transducer gleichzeitig angeregt, entstehen zwei Klangebenen im Resonanzboden. Eine dritte Ebene kommt hinzu, wenn der Pianist zusätzlich eine zuvor aufgenommene Improvisation über die Transducer einspeist. Er improvisiert zur Improvisation. Ein kreatives Feuerwerk entsteht. In der Pädagogik ist eine Vielzahl von kreativen Anwendungsformen denkbar, vom Mitschnitt des vom Klavierschüler gerade eben gespielten Übungsstück und dem gemeinsamen Hören bis hin zum Fortgeschrittenenunterricht mit der Einspielung eigener Improvisationen und dem Zuspielen einer 2. Ebene … alle Varianten des vierhändigen Spiels und Werke für zwei Klaviere sind studierbar wie bei den alten “Player-Systemen”, nur ohne deren Dynamikverluste und Mechanik-bedingten Verzögerungen.

3. Teil: Komponieren mit schier unendlichen Klangmöglichkeiten

Der Pianist stellt die Möglichkeiten anhand von Beispielen vor, zum Beispiel mit Synthesizer-Klängen.

Referenten

  • Prof. Dr. Pooyan Azadeh, Kunstuniversität Teheran. Er ist ein deutsch-iranischer Pianist und Musikwissenschaftler. In Teheran baute er ein eigenes Institut „Pooyan University“ auf und ist als erster ordentlicher Klavierprofessor an der dortigen Universität der Künste tätig. Er studierte klassische europäische und klassische persische Musik sowie Klavier in Teheran und Halle / Saale wo er auch promovierte.
  • Michael Acker, Tonmeister und Klangregisseur im SWR Experimentalstudio. Michael Acker ist seit 1999 Tonmeister und Klangregisseur beim SWR Experimentalstudio.

Mehr unter www.musikschulen.de

Veranstaltungsort

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