Steingraeber & Söhne KG

PHOENIX: Eine Bereicherung der klassischen Klaviertechnik für neue Interpretations- und Musikformen

Steingraeber & Söhne und der Brite Richard Dain gehen neue Wege im Klavierbau – PHOENIX geehrt mit dem Bayerischen Staatspreis – 50 Prozent mehr Energie

Die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne und der britische Ingenieur Richard Dain, Hurstwood Farm Pianos, entwickelten 2008 „PHOENIX“: ein Energie-übertragungssystem in Klavieren für neues Hören. Mit PHOENIX entsteht ein nahezu druckfreier Resonanzboden mit unglaublichen Obertonreserven und Ausschwingzeiten. Dain und Steingraeber erhielten hierfür den Bayerischen Staatspreis. PHOENIX ersetzt nicht die klassische Klaviertechnik, sondern schafft klangliche Alternativen in neuen Dimensionen.

Der klassische Klavierklang speist sich zum einen aus horizontalen Schwingungen durch die Befestigung der Saiten: Stegstiftpaare drücken die Saiten abgewinkelt nieder und definieren die bekannte Obertonstruktur. Und zum anderen aus vertikalen Schwingungen durch den Anschlag des Pianisten. Im frühen 20. Jahrhundert entstand aus Lust am Purismus der Gedanke, sich allein auf letztere, vertikale Schwingungen zu konzentrieren. Zu verlässlichen Lösungen gelangte aber keines der anerkannten Flügelfabrikate. Messungen haben ergeben, dass lediglich rund 4 Prozent der eingesetzten Energie in Akustik umgewandelt werden.

Richard Dain und die Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne setzen dem das Prinzip der Stegagraffen entgegen. Innerhalb der Stegagraffen kombinieren sich Zug- und Druckkräfte zwischen zwei Auflagesilien und einer mittleren Druckrolle. Die innovativen Klavierbauer entwickelten zusätzlich neuartige einstellbare Anhangstifte zur Justierung der inneren Balance jeder einzelnen Agraffe. Im Endergebnis konnte der Resonanzboden vom Saitendruck weitgehend entlastet werden. PHOENIX-Flügel erreichen ein deutlich verändertes, helleres Obertonspektrum sowie Klarheit und mehr Lautstärke. Insbesondere durch die deutlich längere Ausschwingzeit erhöht sich die Energieausbeute in Mittellage und Diskant um beeindruckende 50 Prozent. Dennoch ersetzt PHOENIX nicht die klassische Klaviertechnik, sondern gibt Künstlern eine zusätzliche Gattung von Klavierinstrumenten für neue Interpretations- und Musikformen an die Hand.

In einem zweiten Entwicklungsschritt führte die hohe Energieausbeute zur Überlegung, spiegelbildlich zusätzliche Pianissimo-Schichten zu erschließen. Hierzu griff Steingraeber auf eine eigene Erfindung aus dem Jahre 1897 für den Komponisten Engelbert Humperdinck zurück: die „Steighöhenverkürzung“ bei Flügeln. Bayreuths Klavierbauer entwickelten gemeinsam mit Dain die Erweiterung der klassischen una-corda Funktion (linkes Pedal). Dabei heben alle Hämmer um bis zu 10 mm in Richtung Saiten ab, gleichzeitig senken sich die Tasten um bis zu 2 mm nach unten. Der somit verringerte Hub ermöglicht ein sicheres pppp-Spiel in bislang nicht bekanntem Umfang.

Das PHOENIX-System kann in allen Steingraeber & Söhne-Flügelmodellen A-170, B-192, C-212, D-232 und E-272 verbaut werden. PHOENIX wird standardmäßig mit rund 10.000 Jahre altem Mammut Elfenbein-Tastenbelägen ausgestattet.

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